Dritter Tag...
- 26.12.2007
-
Am dritten Tag schritten wir auch praktisch zur Tat. Allerdings, erst etwas
später, denn immerhin war Weihnachten, bzw. der zweite Weihnachtstag.
Um 11 Uhr begann die Weihnachtsmesse in der katholischen Kapelle Hl. Marija. Erbaut wurde sie auf den Überresten des ältesten Franziskanerklosters in Bosnien und Herzegowina. Nach dem Krieg wurde die Kapelle renoviert. Wenn man durch ihre Glaswände nach draußen schaute, erahnte man unter dem Schnee versteckt die Ruinen des Klosters. Da die katholische Gemeinde Srebrenicas klein ist, finden die Messen nicht regelmäßig statt. Nur dann, wenn Pater Martin aus Tuzla anreist (Entfernung ca.75 km), so wie an diesem Tag. Die Gemeinde baute die Krippe auf und dekorierte rasch den kleinen Raum, damit alles noch festlicher wird, außerdem studierte sie noch schnell ein Weihnachtslied ein und schon ging es los.
Pater Martin gratulierte uns allen „Sretan Božić“ – „Frohe Weihnachten“.
Da die Kapelle keine Heizung hat, dauerte die Messe gerade mal eine halbe Stunde. Länger hätten wir es bei -10°C auch nicht ausgehalten.Nach der Messe lud Pater Martin zum Weihnachtsempfang ins „Haus des Vertrauens“. Zum Empfang kamen neben den Gemeindemitgliedern und Freunden, auch der Imam und der Bürgermeister, die wir ja schon kannten und alle anderen „VIP’s“ der Stadt, allerdings war der serbisch-orthodoxe Priester verhindert.
Zuerst begrüßte Pater Martin alle Gäste und eröffnete dann das Buffet. Nachdem der offizielle Teil beendet war, saß man miteinander und sprach über Gott und die Welt. Beim Abschied beschenkte man uns mit Platten voller Köstlichkeiten. Das kam uns später sehr zu Gute, denn im Gespräch mit den Kindern erfuhren wir, dass es nicht unbedingt selbstverständlich ist, dass die Kinder hier regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen. Also hat Pater Martin’s Geschenk dankbare Abnehmer gefunden.
Nach dem Vergnügen, kam die Arbeit.
Die Radio-Workshopgruppe zählte 8 Teilnehmer, diese lernten dann mit Mikrofonen umzugehen und wie man z.B. ein Interview führt. Sie porträtierten sich gegenseitig in Zweiergrüppchen. Währenddessen schrieb die Filmgruppe schon fleißig an ihrem Konzept weiter, der Film sollte „The Future comes to Srebrenica“ heißen. Die Rollen – Kamera, Ton, Drehbuch, Musik - wurden verteilt. Und während die kleinen Radiolehrlinge schon in die Stadt gingen, fleißig Töne sammelten und die Bevölkerung befragten, war die Filmcrew auch schon mit dem Konzept fertig.
Am nächsten Tag würde es dann losgehen mit den Filmaufnahmen und der Filmmusik.







