25.12.2007, Zweiter Tag...
- Sonnenschein, knietiefer Schnee und ein kalter Holzofen statt Frühstückskaffee.
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Frohe Weihnachten, Srebrenica!
Egal. Weihnachtlich ist es in Srebrenica sowieso nicht so richtig, wie auch?
Es gibt zwar eine kleine katholische Gemeinde dort, aber die Mehrzahl der Bewohner Srebrenicas sind Moslems oder orthodoxe Christen, die ja erst am 6. Januar Weihnachten feiern.Viel Zeit uns umzuschauen, hatten wir nicht. Gleich am ersten Morgen in town mussten wir ins Rathaus. Netterweise hatte uns der Bürgermeister eingeladen. In seinem Büro wurden wir von ihm, dem orthodoxen Priester und dem Imam der Stadt willkommen geheißen. Oh weia, dachten wir. Jetzt bloß keine Fehler machen und religiös korrekt bleiben. Die Vorsicht war allerdings gar nicht nötig. Die Atmosphäre war schnell sehr entspannt und die drei verstanden sich sehr gut. Keine Spur von religiösen Differenzen. Im Gegenteil.
Später am Tag haben wir dann die Kinder und Jugendlichen kennen gelernt, mit denen wir die nächsten Tage arbeiten würden. Geplant hatten wir mehrere Workshops über Radio und TV.Im „Haus der Kulturen“ in Srebrenica ging es dann auch gleich los. 15 - 20 Kinder im Alter von 12 bis 20 Jahren saßen in einem völlig ausgekühlten Raum des Kulturhauses. Mit Radiator, Powerpoint und Beamer, Bosnisch, Deutsch und Englisch und mit Händen und Füßen begannen wir dann mit dem Unterricht.
Alle Workshopbeteiligten lernten hier das Wichtigste über die Grundlagen des Journalismus. Außerdem wurde danach bei den „Prijatelji Srebrenice“ – „Freunde Srebrenica’s“ dem Jugendverein, mit den Jugendlichen an einem Drehbuch für einen Film gebastelt.


