Eine Weihnachtsaktion für Srebrenica

Srebrenica: 24.12. – 30.12.2007

Vier Radiomacher haben 5 Tage lang in Srebrenica mit Jugendlichen und Kindern gearbeitet. Es begann mit Workshops, gekrönt wurde das Ganze mit einer großen Paketaktion und endete mit einem Film und einer Radiosendung.

Alles begann mit einer Idee. Den Kindern von Srebrenica eine Freude bereiten. Renata Šikić hatte diese Idee und die Idee ließ sie nicht mehr los, nachdem sie im März 2007 zum ersten Mal in Srebrenica gewesen war. Während ihres Besuchs in ihrer Heimatstadt Tuzla lernte sie durch Zufall die Ärztin Dr. Branka Antić Štauber kennen. Branka leitet auch die humanitäre Organisation „Snaga žene“ - „Die Kraft der Frau“, die sich um Flüchtlinge, Vertriebene, Einheimische und Rückkehrerinnen kümmert - und zwar unabhängig von ihrer Nationalität, Volksgruppenzugehörigkeit und Religion. Branka nahm Renata mit nach Srebrenica und danach war klar, dass Renata etwas für diese Stadt tun musste. Nur wie, wenn man selbst keine Millionen auf dem Konto hat und auch keine reichen Sponsoren in seinem Freundeskreis?
Zurück in Berlin wandte sich Renata mit ihrer Idee an ihre Kollegen Pavlica Bajsić, Christian Stahl und Anita Zdelar. Viel Überredungskunst hat es nicht gebraucht, die drei von der Idee zu überzeugen. Aber was können 4 hochmotivierte Journalisten aus Berlin ohne Geld und großen Einfluss machen? Und was brauchen die Kinder in Srebrenica? Was würde ihnen gefallen? Die Fragen haben uns wochenlang begleitet. Und so enstand das Projekt „Weihnachten in Srebrenica“ von RadioAktif – Radiomacher mit besonderen Aufgaben.

Am Anfang stand die Suche nach Paten. Wir haben in Berlin angefangen die Weihnachtspakete und Briefe für die Kinder zu sammeln, um beides dann nach Srebrenica zu bringen. Das klingt einfach. War es aber nicht!

Diese Idee gefiel auch dem Mitglied des Deutschen Bundestages, Josip Juratović. Er ist stellvertrender Vorsitzender in der Parlamentariergruppe Bosnien und Herzegowina. Er übernahm die Schirmherrschaft für „Weihnachten in Srebrenica“. Nun stellte sich noch die Frage: Wie sollen wir unsere Aktion präsentieren? Wie sollen wir all die Menschen informieren?... Genau! Eine Homepage mußte her. Nina Šikić aus Canada übernahm diese Aufgabe und kreierte mit Hilfe des Fotographen Fuad Fočo die Seite: www.future-srebrenica.org .

Diese Aktion unterstützte auch Radiomultikulti, für das wir vier auch arbeiten. Zwei Wochen lang begleitete das Programm dieser Hörfunkwelle des RBB unsere Arbeit und suchte gemeinsam mit uns Patinnen und Paten für die Kinder aus Srebrenica. Dank der Jingles, vieler Beiträge über und aus Srebrenica und der Interviews mit interessanten Gesprächspartnern, beteiligten sich viele Hörer und Kollegen von Radiomultikulti an dieser Weihnachtsaktion.

Und so nahm alles seinen Lauf.

Es wurden immer mehr Geschenke und immer mehr Briefe. Jeder einzelne Brief musste übersetzt werden, viele Geschenke noch verpackt oder für den Transport extra gesichert werden. Dino Tomaš Brazzoduro, ein bekannter kroatischer Musiker, reiste aus Zagreb nach Berlin um tatkräftig zu helfen. Er entpuppte sich als absolutes Verpackungsgenie. Dank seines Talents kamen alle Geschenke heil in Srebrenica an.
Der Aktion schloss sich dann auch Petra Radić aus Zagreb und ihr Freund Saša Dragičević aus Rijeka an. Sie trommelten ihren gesamten Freundes-, Bekannten- und Familienkreis zusammen und sammelten Geschenke für Srebrenica. Sie haben es sogar geschafft das „Erste kroatische Gymnasium in Sušak-Rijeka“, die „Fachschule für Medizin“ in Rijeka und die Grundschule „22. Juni“ in Sisak mit in die Aktion einzubeziehen.

Mitte Dezember hatten wir etliche schlaflose Nächte hinter uns und 300 zu Türmen gestapelte fertig verpackte Pakete vor uns. Erstes Etappenziel erreicht! 41 Pakete kamen aus Zagreb, 8 aus Kanada, und 181 aus Berlin (in Berlin sammelten wir auch Pakete aus dem Berliner Umland, Frankfurt/O. und sogar aus Österreich). In Srebrenica selbst steuerte die Organisation „Snaga žene“ auch noch einmal 70 Pakete dazu. Also verteilten wir insgesamt fast 300 Pakete an die Kinder von Srebrenica. Doch mehr dazu später.


Erster Tag...

Es begann mit dem Herzen...